Die aktuelle Nachrichtenflut um die drohende Staatspleite Griechenlands scheint abzuflachen und das öffentliche Interesse ist nun auf andere Länder gerichtet. Die Frage, welche nun im Raum steht, ist, ob auch andere Länder von einer Staatspleite betroffen sein könnten und wie die weltweite Gesamtsituation aussieht.
Ein kleiner Überblick zur aktuellen Lage der Staatsverschuldung und Anleihenratings
Venezuela – Land der Inflation
Venezuela ist eines der Spitzenreiter im Kanon der potenziellen Staatspleiten. Mit einer Inflation von 25% im letzten Jahr gehört es auch hier zu den traurigen Anführern weltweit. Die größte Einnahmequelle des Landes ist der Ölexport. Hiermit wird versucht, den maroden Staatshaushalt Venezuelas zu finanzieren. Die Verschuldung wächst dem südamerikanischen Land jedoch schnell über den Kopf. Mit einem Rating (S&O) von BB- besitzt Venezuela ein sehr hohes Ausfallrisiko bei Staatsanleihen.
Argentinien – Staatspleite 2.0?
In Südamerika scheint es nicht so Recht um die Finanzen zu stehen. Wie auch Venezuela steckt Argentinien tief in der Schuldenkrise. Mit einem Rating (S&P) von B- sind auch hier hohe Ausfallrisiken bei Anleihen zu verzeichnen und werden womöglich wenig Investoren anziehen – oder im Gegensatz hohe Risikoprämien zahlen müssen. Argentinien konnte vor einigen Jahren bereits die Staatspleite „abwenden“. Dabei wurden jedoch nur Zahlungen eingestellt und im Gegenzug verlor die Landeswährung Peso gegenüber den anderen Währungen stark an Wert. Auch die politische Stabilität des Landes lässt zu wünschen übrig.
Ukraine – stark gebeutelt
Besonders stark hat es in Europa die Ukraine erwischt. Die Wirtschaftskrise forderte hier extreme Opfer und d so musste das Land mit 16.4 Milliarden Dollar vom Internationalen Währungsfond vor dem Untergang bewahrt werden. Ein immenser Schuldenberg und kaum nennenswerte Einnahmen machend den Abbau des Staatsdefizit hier zu einem Mammut-Projekt. Auch S&P ist der Ansicht und vergibt für die Ukraine ein Staatsrating von CCC+.
Lettland – keine wirkliche Besserung in Sicht
Auch im Ostblock Europas brodelt es. Neben der Ukraine sitzt auch Lettland tief im Dreck. Nicht nur das S&P-Rating von BB setzt dem kleinen Land an der baltischen See zu, auch die hohe Arbeitslosigkeit und das schrumpfende Wirtschaftswachstum beuteln das Land. Besonders frappierend ist die Hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten. Mit 25‘% ist diese nahezu Rekordverdächtig.
Italien – Dunkel Wolken im Paradies
Eigentlich war er doch Fest im Sattel, der Staatspräsident – Silvio Berlusconi. Aber der Unmut der Bevölkerung über seinen Regierungsstil wächst mit jedem Monat. Seine Beliebtheit sinkt und auch um das Staatsdefizit sieht es ähnlich schlecht aus. Vorangetrieben wird die miesere durch das andauernde schlechte Wirtschaftswachstum. Noch kann sich Italien mit einem S&P-Rating von A+ in Ruhe wägen, doch dies kann sich auf Grund der Haushaltssituation schnell ändern.
USA – Da kommt was auf uns zu…
Die USA kann sich noch mit einem AAA-Rating auf der sicheren Seite wägen. S&P räumt der größten Wirtschaftsmacht der Welt weiterhin ein wunderbares Rating ein. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Experten sehen die USA unausweichlich auf die Staatspleite zu steuern, denn die Staatsverschuldung im letzten Jahr lag in der Höhe des gesamten Bruttoinlandproduktes. Grund für das Gute Rating sind derzeit noch die hohen Infrastrukturwerte des Landes. Sollte sich das Wirtschaftsvolumen in den nächsten Jahren jedoch weiter senken und die Schulden steigen, droht mit einem Schuldenausfall durch die USA ein weltweiter Kollaps.
Ratingtabelle:
AAA – geringste Risikostufe
AA+ – AA – AA- – sehr gute Risikoeinschätzung
A+ – A – A- – gute Risikoeinschätzung
BBB
BB – jeweils mit + und – Rating – Vorsicht ist geboten
B
CCC – Hochspekulativ, hohe Ausfallwahrscheinlichkeit
CC – Äußerst spekulativ, Ausfall so gut wie sicher
C – der Staat zahlt nicht mehr
Ratingzahlen: Handelsblatt
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